Veranstaltungen des Kultursommer Wien 2020

Das Programm des Kultursommer Wien ist so vielseitig wie die Stadt selbst: Konzerte, Tanz, Theater, Kleinkunst, Lesungen. Von der freien Szene über etablierte Institutionen bis hin zu Popkultur und Jazz – es ist alles dabei, was die Wiener Kulturszene zu bieten hat, und das für alle Altersgruppen.

Spielzeiten auf den Bühnen sind im Juli und August (ausgenommen Public Moves – diese finden täglich statt) jeweils donnerstags, freitags, samstags und sonntags. Auf jeder Bühne gibt es jeweils zwei Slots: um 17.30 Uhr und um 19.30 Uhr

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Mit seinen 20 Jahren verfügt Wenzel Beck über eine seltsame Reife, ohne völlig vom Naiven, vom Unbelasteten zu lassen. Die Kindheit ist bekanntlich Paradies oder Hölle, die ein Leben lang nicht von uns läßt. Wenzel Beck hat früh ein Ventil für seine emotionalen Wirrsale gefunden: selbst komponierte Musik. Dafür holte er sich schon als Kid die Expertise von Willi Resetarits.
Seine Helden sind durchwegs älter. Der britische Folk-Pop-Sänger John Martyn steht da ganz oben. Weil: „die Art wie er Musik gedacht und gemacht hat, irrsinnig fortschritlich war. Und natürlich sehr eigen. Darum geht es. Zuviele Gedanken sollte man sich nicht machen. Der Instinkt ist in der Musik oft wichtiger als alles andere.“ sagt er. Martyns Album „Solid Air“ liebt er. Und der Song „May You Never“ wurde auch wichtig für Beck. „Schlicht aus persönlichen
Gründen. Es war das erste Lied, das ich mit Willi Resetarits gesungen habe. Überhaupt das erste Lied, bei dem ich gesungen habe.“ Aber Beck weiß dabei aber auch, dass man sich nicht zu sehr an den Helden orientieren darf. „Wichtig ist der Versuch, etwas Eigenes zu machen.“ Und exakt das hat er gemacht und legt es nun als Album namens „Immer wieder“ vor.
Seine Lieder sind hochemotional, tragen ihre politische Botschaft sehr verdeckt in sich. Über Dinge zu singen, die ihn irritieren, das ist ihm wichtig. Ein wichtiges Thema ist ihm der evidente Verlust der Mitmenschlichkeit und Solidarität, wie er in Österreich, aber auch an vielen anderen Orten dieser Welt, in den letzten Jahren sichtbar wurde. Trotz schwieriger Themen tändelt er mit Ironie. Als Paradebeispiel führt er den Titelsong an. „Die Ironie darin kriegen die meisten Menschen gar nicht mit, weil es ein trauriger Song ist. Schon in der ersten Zeile heißt es „Immer wieder, schon mein ganzes Leben lang.“ Dabei habe das Lied geschrieben als ich 15 Jahre alt war. Diese Altklugheit ist doch amüsant?“ Ja, ist sie. Zudem schafft Beck aber mit diesem Lied auch „Bewußtsein für das, was „nicht leiwand ist.“
Um in Komponierlaune zu kommen, hat Beck ein paar Tricks auf Lager. „Extrem inspirierend sind gute Instrumente. Ich bin viel im Heimstudio. Samples funktionieren gut in meiner Musik, aber noch besser sind lebende Instrumente. Abwechslung ist der beste Inspirationsbringer.“ Und so meidet er die Routinen. Diesbezüglich abgeschreckt hat ihn die Schule. „Jeden Tag kam ich da in denselben Raum, roch denselben Geruch, beschäftigte mich mit dem gleichen Blödsinn. Das war nicht inspirierend für mich. In diesem Setting fiel mir wenig ein.“ Im Wohnzimmerstudio lief es allerdings sehr gut. Dies, obwohl er nebenher auch studiert. „Ich bin im 5. Semster. Es ist ein kleines Wunder. Aber ich habe gute Leute, die mir helfen. Dieses Semester wird es schwierig. Aber das war es auch im letzten Semester. Damals habe ich eine neue Band formiert mit einem Schlagzeuger aus Deutschland, der alles aufs nächste Level hebt. Mit ihm muß ich mich
anstrengen, damit ich mich nicht blamiere.“ Das Studium ist dennoch keine Alternative zur Musik. „Die ist einfach mein Leben.“ sagt er. Und: Das Studium erdet mich. Man checkt, dass man nicht der Über-Star ist, bloß weil man mal im Fernsehen war oder sowas.“
Obwohl Wenzel Beck in mehreren Formationen spielt, hat er sich entschlossen, sein allererstes Album völlig solo einzuspielen. Mit viel Akustikgitarre und vielspurigen Chören, die er alle selbst eingesungen hat. Er schreibt kontemplative Lieder, die zum Nachdenken anregen, aber keinesfalls verzagen lassen. Seine Lieder verkörpern Becks Grundideen: „Selbstironie, ein Blick auf das was passiert und ganz viel Liebe zum Leben und zur Musik. Mir geht es darum, dass die Menschen möglichst viele Emotionen bei meinen Songs verspüren.“
Samir Köck

Link
https://www.wenzelbeck.com