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Das Liedduo mina mas stellt in Zusammenarbeit mit Barbara Maierl in ihrem Konzertprogramm Kompositionen von Clara Schumann, Pauline Viardot, Fanny Hensel und Johanna Kinkel ins Zentrum.Die vier Zeitgenossinnen leben im 19. Jahrhundert, der Blütezeit des Kunstliedes. Sie bringen ihre eigenen musikalischen Visionen zu Papier, wobei das Lied als emotionales Ausdrucksmittel eine wichtige Rolle spielt. Dabei komponieren sie im Spannungsfeld zwischen Ruhm und Norm, zwischen Visionund gesellschaftlicher Konvention.
Die klaren sozialen Zuschreibungen und Rollen für Frauen im 19. Jahrhundert werden von den Musikerinnen jeweils individuell erfüllt oder gebrochen. So fügt sich Fanny Hensel ihrem Schicksal, nicht öffentlich auftreten zu dürfen. Für eine Frau ihres Standes soll Musik nur Zierde sein, nicht etwas, mit dem sie Geld verdient. Pauline Viardot hingegen reist als gefeierte Virtuosin durch Europa und wird von ihrem Ehemann, der zugleich ihr Manager ist, begleitet und unterstützt.
Frauen sind an gesellschaftliche Normen gebunden, die auf sie in ihrer Rolle als Tochter, Schwester, Mutter oder Ehefrau einen großen Druck ausüben. Manche dieser Normative sind bei Clara Schumann so verinnerlicht, dass sie auch selbst an der Möglichkeit zweifelt, als Komponistin schaffend tätig zu sein.
Eben diesen Konventionen widersetzt sich Johanna Kinkel, die es schafft, als Musikerin auf eigenen Beinen zu stehen und hartnäckig und selbstbewusst ihr inneres Bedürfnis verfolgt zu komponieren.
Die wöchentlichen Sonntagsmusiken im Hause Mendelssohn, ein Ort der Vernetzung und des künstlerischen Austauschs, sind Ausgangspunkt für ein vielschichtiges Beziehungsgeflecht auf emotionaler, aber auch auf fachlicher und kreativer Ebene zwischen diesen vier Frauen.
So unterschiedlich die Persönlichkeiten, Biografien und Schicksale waren, so sehr verbindet sie ihre außergewöhnliche Begabung als Musikerinnen.

Irina Fuchs, Barbara Maierl, Michaela Resch

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