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Choreographie einer Klang-Poesie ist eine persönlich-politisch-philosophische Kreation, mit einer vielschichtigen Struktur aus mehrsprachigen, teilweise autobiografischen, musizierten und choreografierten Erzählungen in Gedichtform.Zwischen Erinnerung und Zweifel, Leidenschaft und Selbstironie wandern die Gedichte durch Raum und Zeit: Die Erzählung einer Ausländerin in Paris, die aus einer tiefen Fremd-Sein Erfahrung durch den Blick der Pariser Männer ihr Selbstbild zu finden versucht. Oder die Bekenntnisse einer Frau, die – ähnlich der Seeräuber-Jenny von Bertolt Brecht – voller Empörung über die patriarchale, entmündigende, brutale Welt, die ihr Leben bestimmt, allen Männern eine giftige Suppe kochen will.

Die Lieder werden auf Hebräisch, Deutsch, Französisch, Englisch und Jiddisch gesungen und gesprochen. Das Publikum bekommt Zugang zu verschiedenen Bedeutungsebenen: Je weniger bekannt und verständlich die Sprache für die Zuschauer ist, desto „fremder“ werden die Worte, da ihnen die Bedeutung entzogen wird. Ähnlich wie bei der Lautmalerei erscheint der „nackte“ Klang der Sprache und es öffnet sich ein Fenster zu einer Vielfalt von unbewussten, nonverbalen Assoziationen, Bildern, Gefühlen und Gedanken.

Aus dem Text werden die choreografischen und musikalischen Partituren entwickelt – daraus soll eine eigene performative Form entstehen. Klavier und Percussion, Stimme und Tanz werden die Dichtung aus ihrem mentalen Raum durch Körper und Klang ins Hier-und-Jetzt transportieren und transformieren.
Es geht um die Vielschichtigkeit der Bedeutung/des Sinns. Ein Hin-und-Her zwischen den unterschiedlichen nicht-synchronisierten Ebenen der Erzählung – Worte, Klänge und Körper -, zwischen Bedeutungsträgern und sinnlicher Erfahrung.
Die Performer spielen im Bestreben Gegensätze zu verbinden, deren Polarität aufzulösen, und die Verschiedenartigkeiten zu vereinen.
Sind wir nicht jede/r als Individuum „der Andere“?

Künstlerische Leitung, Dichtung, Komposition, Choreographie, Klavier, Gesang & Tanz : Loulou Omer
Percussions, framedrums & Toys : Tobias Steinberger

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