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Jura Soyfer (geboren 8. Dezember 1912, gestorben 16. Februar 1939) war ein politischer Schriftsteller im Wien der 1930er Jahre. Er beherrschte Sprachgefühl, Humor und einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit. Mit seinen Reportagen, Gedichten und Theaterstücken dokumentierte er den aufkeimenden Faschismus und den Übergang vom Ständestaat in die nationalsozialistische Diktatur.
1936 – als Schuschnigg mit Hitler das Juliabkommen schließt – schreibt Jura Soyfer sein erstes Theaterstück Der Weltuntergang oder Die Welt steht auf kein’ Fall mehr lang: Die Menschheit hat vier Wochen Zeit, bevor sie durch den Kometen Konrad zerstört wird. Doch anstatt etwas zu unternehmen, lässt man die Zeit ungenützt verstreichen. Die gewaltsame Unterdrückung revoltierender Massen und die Verblendung, in der die Menschen auf den Weltuntergang warten, werden dargestellt.

Der Komet schließlich bringt es nicht übers Herz, die Erde zu zerstören, was dem Stück einen positiven Ausgang beschert, gleichzeitig aber auch die folgenlose Unverbesserlichkeit und Dummheit der Menschheit betont. Es ist – wie so vieles in Soyfers Werk – als Weckruf gedacht und spielt unmittelbar auf die Untätigkeit der Gesellschaft angesichts der sich zuspitzenden politischen Lage an. Der Untertitel ist eine Anspielung auf das Kometenlied in Johann Nestroys Stück Lumpazivagabundus. Die Uraufführung findet im Frühsommer 1936 statt, aber bereits am 11. Juli 1936 wird das Stück wieder abgesetzt.

Eine Koproduktion mit den Sommerspielen Melk
Regie: Andreas Stockinger & Ursula Leitner
Musik: Max Zauner
Darsteller*innen: Dagmar Bernhard, Anton Widauer, Bernhard Georg Rusch, Thomas Daposz, Sophie Prusa

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