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MEIN DUMMES KAPITALISTISCHES HERZ
Ich fange wenig visionär bei einer gewissen Müdigkeit an, einer post-Nationalratswahl, post-Übergangsregierung, post-Ibiza-, post-NeuRegierungs-Müdigkeit die sich, nach vielen Rückschritten (langzeitig) und vielen Rücktritten (kurzzeitig) dann doch leider wieder einstellt, oder nie ganz weg war. Vielleicht ist das auch eine Art Anti-Österreich-Müdigkeit, so ein Gegengefühl zum gemütlichen Hass. Egal. Noch während der letzten schwarz-blauen Regierung ermüdet mich die eigene schnelle Reaktion, oder die Schnelligkeit meiner Reaktion, oder das Reagieren an sich. Es ist ein ständiges Schießen mit einer Sprache gegen eine Sprache, die wendiger ist als das, was man da herausdreht, Ein Schießen auf das erst Irritation folgt, dann Nachdenken, über Fehler, Eitelkeit, im Kollektiv und Solo, über zu schnelle institutionelle Zusammenarbeit und Eingemeindung, über die zu gute Betriebslogikkenntnis und darüber, ob das ständige Reagieren Sinn macht, ob das schnelle Reagieren Sinn macht, und ob das als Autor*in überhaupt irgendeinen Sinn macht.

Wer 2000 schweigt der schweigt auch gern 2020
Wer 1938 schweigt der schweigt auch gern 2020
Wer 1995 schweigt der schweigt auch der 2020
Wer 1999 schweigt der schweigt auch gern 2020
Wer 2017 schweigt der schweigt auch gern 2020
Wer irgendwann die Polizei liebt liebt sie auch 2020

Wer die Einzelfälle liebt

PS
Ich denk
Es kommt einmal der Tag da wird mein Körper ziemlich viele sein

Und bis das stimmt
Bleibt uns hier wohl nichts andres als das Weitermachen
Weitermachen zuhörn sprechen und die Faust erheben und Protest und Barrikade
Da sein

Gemeinsam das sein was erzählt wird weil was weitermacht auch irgendwann erzählt wird
Ja
Dann bleibt uns wohl nichts andres übrig

Gerhild Steinbuch – Text & Stimme
Bernhard Fleischmann – Musik

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