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Das Programm zeigt in beeindruckender Weise ein Prinzip der instrumentalen Spielpraxis, das sich während des ganzen Mittelalters sowohl durch die Kunst- als auch durch die Popularmusik verfolgen lässt: die Improvisation.Seien es einerseits freie Floskeln, die der Einleitung und Einstimmung zum darauffolgenden Stück dienen, die sich im Laufe der Musikgeschichte verselbständigten um eigene Formen zu bilden, wie Ricercare und Präludien, oder andererseits ausgeschriebene virtuose Variationen, die bestimmten Regeln gehorchen. Es ist eine Musizierweise, die vermutlich in der arabischen Musik ihre Wurzeln hatte und auf dem Weg über Spanien und Italien, insbesonders Venedig, bedingt durch den multikulturellen Kreuzfahrerhafen, nach Europa kam und dort sehr schnell aufgegriffen wurde. Den Interpret*innen war damit die Möglichkeit gegeben, ihren Emotionen und dem spontanen Einfallsvermögen Gehör zu verschaffen, wobei sie dabei ihr technisches Können unter Beweis stellen mussten.
Aus dem Mittelalter, in etwa bis zum Beginn des 15. Jahrhunderts, ist uns fast ausschließlich Vokalmusik überliefert. Die seltenen Ausnahmen mittelalterlicher Instrumentalmusik (z. B. Robertsbridge Codex, das London Manuskript (BL 29987) und Codex Faenza (FZc117) lassen aber Studien über eine nieder geschriebene improvisatorische Praxis zu. Eine Vielzahl von Abbildungen und schriftlichen Belegen zeugt vom großen Anteil der Instrumentalmusik am Musikleben im hohen und späten Mittelalter. Fast scheint es, dass diese die Vokalmusik sogar bei weitem überwog. In vielen Dichtungen der Troubadoures und Trouvéres und in G. Boccaccio´s Decamerone entdeckt man Beispiele dafür, wie der Vortragende sein Publikum mit einem im Augenblick erfunden Tanz, einer Estampie oder eines Saltarello, erfreute. Auf nahezu allen Darstellungen kirchlicher und weltlicher Festlichkeiten findet sich eine kleine Gruppe von Instrumentalisten, meist mit Laute, Harfe, Fidel, Flöte, Orgel, Schalmei und Perkussionsinstrumenten. Trotzdem

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