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„Für die von oben setzt sich der Kalender aus der Vergangenheit zusammen“, sagt der rebellische Käfer Don Durito und fügt hinzu: „Für die von unten ist der Kalender etwas, das noch kommt.“
Wer schreibt Geschichte, wer verschreibt Geschichte, gibt es Geschichte auf Rezept? Lässt sie sich auch tanzen? Welche Erzählungen bleiben in Worten stecken und welche Erfahrungen bringen nur die Körper zum Ausdruck?

Und wo sind die Erinnungen? Liegen sie vor mir, sind sie in mir oder hab ich sie schon hinter mich gebracht? Die Zeit läuft, sagt man, soll ich ihr hinterher hüpfen, oder holt sie mich ohnedies immer ein?

Eine durchaus reflexive Dekolonialisierungsperformance zum 500. Jahrestag der Zerstörung von Tenochtitlan, der heutigen Mega-City Mexiko Stadt. Was geht uns eigentlich die Eroberung an, und wie können wir durch dem Besuch der aufständischen Zapatistas die Erinnerung zurückerobern?

Lisl Ponger hat mit ihrer umfangreichen Recherche zu „The Master Narrative und Don Durito“ ein kenntnisreiches und assoziatives Kaleidoskop von Gegengeschichten zum Kolonialismus entworfen, das westliche Blick- und Denkregime hinterfragt. Sie hat ihre Erzählung nach dem Käfer Don Durito benannt, dem rebellischen Begleiter des Subkommandanten der Zapatistas, in deren aufständischen Gebieten im Südosten Mexikos Tom Waibel ein Wanderkino und Videoworkshops betrieben hat.

Dafne Moreno, Miguel Azmendi, Marcela Torres Heredia, Valentina Viera und Judith Aguilar sind Künstler*innen und Aktivist*innen von Ni Una Menos, einem transnationalen Kollektiv, das aus Lateinamerika kommt und sich der Gewalt an Frauen entgegenstellt. Der Anlass zu dieser transformativen Zusammenarbeit ist die Tatsche, dass die widerständischen Zapatistas losgesegelt sind, um 500 Jahre nach der Eroberung von Mexiko in Europa zu landen.

Lecture:Tom Waibel & Lisl Ponger
Performance: Dafne Moreno, Marcela Torres Heredia, Valentina Viera und Judith Aguilar
Sound&Musik: Miguel Azmendi

Foto: Zapantera Negra, Flower of the Word II. “Digna Rebeldía” [„Würdiger Aufstand“], 2016–2021, in der Ausstellung And if I devoted my life to one of its feathers?, Kunsthalle Wien 2021, Foto: www.kunst-dokumentation.com

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