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Unbehaglich! So hat er sich wohl überall gefühlt. Spätestens nachdem ihn die Nazis mit 16 Jahren aus Wien, das ab da wie Pech an seiner Seele kleben blieb, nach den USA vertrieben. Nachdem ihm der American Way of Life unbehaglich zu werden begann, kam er in das devastierte Österreich zurück. Den Mitunmenschen hier war die Erinnerung an ihre Taten ebenso unbehaglich, wie Georg Kreisler deren Vergessen und Verdrängen. Er beschloß, ihnen so richtig unbehaglich zu werden. Daraufhin erklärten sie seine Lieder zu Klassikern und ließen den Staub darauf wachsen. Nun schrieb er 15 Theaterstücke, 2 komische Opern, 3 Romane, inszenierte, dirigierte, arrangierte, bearbeitete, übersetzte, sang, spielte, ….
Er blieb für die Österreicher nur der Taubenvergifter..

Doch Georg Kreisler war Sprachmagier und Denker, Philosoph und Liebender, zornig, manchmal verzweifelt, aber nie resignierend, er verlor in seiner bitteren Klarsicht über die Welt niemals die Empathie und litt ein Leben lang an dem Land, in das er (nach eigener Definition) zufällig geboren wurde. Und er war genau dadurch (das klassische österreichische Paradoxon!) ein großer Österreicher (wenn auch mit amerikanischer Staatsbürgerschaft und großem Unbehagen).

Klar, niemand kann Georg Kreisler besser interpretieren als Georg Kreisler. Zur Zeit ist er aber wegen Todes verhindert.

Es wäre falsch, ihn (wie viele andere) auf Grund tiefer Verehrung zu vergessen.

Die Herren Biedermeier sind: Stefan Fleming & Hannes Marek

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