Lade Veranstaltungen
Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden.

Performance mit Oskar Werner in der Rolle der Legende, Bernhard Dechant in der Rolle des Vortragenden und Ralf Starlinger in der Rolle des Jazzmusikers
Der Abend beginnt als ehrerbietige Hommage an den Bühnengiganten, fokussiert sich aber sehr schnell auf Oskar Werners Alkoholerkrankung. Als der Vortragende über die Kindheit Oskar Werners und psychologische Mechanismen, die zu Werners Suchterkrankung geführt haben könnten, spekuliert, schaltet sich dieser ein, wutentbrannt über die Niveaulosigkeit des Versuchs zweier Dilettanten sich mit seinem Genie zu beschäftigen.

Es eskaliert ein Streitgespräch zwischen dem Vortragenden und der Legende. Oskar Werner bestreitet vehement, an einer Krankheit gelitten zu haben und besteht darauf, für seinen vermeintlichen „Untergang“ selbstbestimmt verantwortlich gewesen zu sein.

Oskar Werner bombardiert das Publikum mit einem Feuerwerk an Hymnen auf den Rausch aus der Feder ehrenwertester Geistesgrößen von Goethe bis Brecht. Der Vortragende hält dagegen mit bitteren Krankengeschichten und luziden Analysen über die ökonomischen & herrschaftsstabilisierenden Funktionen der täglichen Volksvergiftung. Ist der Rausch conditio sine qua non des Genies?

Die Fassaden bröckeln :

Wer ist süchtig? Wer krank? Wer missbraucht wen? Selbstbetrug und Wirklichkeitsverlust, nüchterne Blicke auf die berauschende Schönheit der Kunst, trunkene Blicke auf die Schönheit der klaren Gedanken. Wie ist das mit der Geburt der Tragödie aus dem Schoß des Rausches oder sollte man lieber in Therapie ?

Wollen wir an Oskar Werners „Tisch der Götter“ sitzen oder nur darunter?

Wohin führt uns dieses fiebrige Zwiegespräch des Vortragenden mit sich selbst und seinen Dämonen? Wessen Überich ist der Gitarrist Ralf Starlinger und warum Jazz? Wer ist wessen Therapeut, wessen Co-Abhängiger?

„Im Scheitern liegt die größte Wahrheit und nur die Liebe zur Wahrheit schafft Wunder“

Der Abend scheitert, doch das Glas bleibt halbvoll.

Idee, Text und Regie: Bernhard Dechant
bernhard-dechant.at

Musik: Ralf Starlinger

Nach oben